Montag, 10. Dezember 2018

Exklusive Einblicke in die Industrie 4.0

Im Rahmen des SCALTEL Round Table erhielt ein exklusiver Teilnehmerkreis Einblick in die Erfolgsgeschichte des weltweit größten Herstellers von Einkaufs- und Gepäcktransportwagen. Dabei beschrieb der IT-Leiter der Wanzl Metallwarenfabrik GmbH die aktuellen IT-Herausforderungen der Firma. Außerdem wurden die Themen IT-Sicherheit und Industrie 4.0, bezogen auf die vernetzte Produktion, näher betrachtet.

Wanzl ist Weltmarktführer für Einkaufswagen und einer der größten Partner des Handels weltweit. Bei Gepäcktransportwagen ist Wanzl ebenso internationaler Innovationsführer und Branchenprimus. „50 % der weltweiten Koffergepäckwagen an Flughäfen werden von uns hergestellt“, erklärt Frank Derks, Geschäftsführer der Wanzl Metallwarenfabrik GmbH, in der Unternehmensvorstellung im Rahmen der Round-Table-Veranstaltung. Die Marke Wanzl hat auch schon längst Eingang in weitere Branchen gefunden. Die Geschäftsbereiche der Firma sind in folgende Kategorien aufgeteilt: Individueller Ladenbau Retail Systems, Logistics + Industry, Airport + Security Solutions und Hotel Service.

Erwartungshaltung der System-Anwender steigt

Im zweiten Teil der Unternehmensvorstellung wurde die IT-Abteilung der Firma Wanzl näher betrachtet. Die IT-Abteilung in Leipheim gilt als Zentrale für alle umliegenden Standorte. Die größeren Geschäftsstellen in USA, Frankreich, Tschechien, China und Niederlande besitzen eigene IT-Bereiche. Eine besondere Herausforderung sieht Andreas Lumpp, Leiter IT bei der Wanzl Metallwarenfabrik GmbH, aktuell in der Veränderung der System-Anwender. Früher war der Anwender lediglich mit der Bedienung der IT-Systeme vertraut. In den letzten Jahren ist das IT-Verständnis aber extrem gewachsen, was einen Wandel der Erwartungshaltung mit sich bringt. „Aus diesem Grund versuchen wir unsere IT-Mitarbeiter von sogenannten IT-Supportern zu IT-Beratern – dem Mitarbeiter 3.0 – weiterzuentwickeln. Ziel ist, dass die System-Anwender gemeinsam mit den IT-Mitarbeitern passende Lösungen planen und umsetzen können“, erklärt Lumpp. Um dieses Vorhaben zu erreichen setzt Wanzl auf Mitarbeiterentwicklungen, eigene Ausbildungen und Umschulungen. Auch die Unterstützung durch externe Institute wird dabei nicht außer Acht gelassen.

Je komplexer die Systeme, desto höher die Gefahr

Neben der steigenden Anforderung der System-Anwender ist die IT-Sicherheit als eine weitere große Herausforderung der Wanzl Metallwarenfabrik GmbH zu sehen. Die fortschreitende Vernetzung in der Produktion bringt zahlreiche Vorteile, jedoch steigt auch die Gefahr für Angriffe aus dem Netz. Prof. Dr. Gordon Thomas Rohrmair, Vizepräsident für Forschung & Wissenstransfer an der Hochschule Augsburg, verdeutlichte in seinem Vortrag im Rahmen der Round-Table-Veranstaltung, dass die Motivation für Angriffe steigt, je komplexer die Systeme werden. Zum einen sind Firmen durch Spionage des Firmen-Know-hows und zum anderen durch Sabotage der Unternehmens-Infrastruktur gefährdet. „Um die IT-Sicherheit im täglichen Doing zu erhöhen, ist es von großer Wichtigkeit das System sicher zu konfigurieren, Standardsicherheitslösungen einzusetzen, regelmäßige Softwareupdates durchzuführen und den Systemaufbau genauestens zu dokumentieren. Halten die Mitarbeiter diese Punkte ein, so kann die IT-Sicherheit eines Unternehmens ohne teure Aufwendungen enorm erhöht werden.

Cyber-Physische Systeme in der Produktion

Erfolgt eine stetige Anpassung der Sicherheitsvorkehrungen an den digitalen Fortschritt, so steht einer komplexen System-Vernetzung nichts mehr im Wege. Dipl.-Ing. Andreas Hees, Gruppenleiter Intelligente Auftragsabwicklung bei der Frauenhofer IWU, teilt in seinem Vortrag mit, dass die Reise der Industrie 4.0 noch lange kein Ende hat. Industrie 4.0 beschreibt weit mehr als nur eine intelligente Vernetzung von Unternehmensnetzwerken. Potenziale in der Produktion sieht Hees vor allem in dem Einsatz von Cyber-Physischen Systemen (CPS). Diese Systeme verfügen über eine eingebettete Software. Sensoren und Aktoren werten erfasste Daten aus und speichern diese. Auf Basis der erfassten Daten können bestimmte Dienste genutzt und angeboten werden. „In der Produktion können CPS-Werkzeugmaschinen, CPS-Produktionsinseln, CPS-Werkstückträger als auch intelligente Behälter zum Einsatz kommen“, erklärt Andreas Hees. „Die Daten dieser Komponenten dienen als Grundlage für die Planung und Steuerung von Produktionsabläufen.“
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