Mittwoch, 22. November 2017

Kurzer Prozess - Der richtige Takt – Warsteiner macht’s vor


rock_am_ring_2Die Kolumne über Prozessoptimierung in der Lebensmittelindustrie von Jörn Niewiadomsky.

Der Sommer ist so gut wie vorbei, und damit auch wieder die alljährliche Festival und Eventzeit. Trotz oder gerade wegen der Wirtschaftskrise sind Großveranstaltungen so gut besucht wie schon lange nicht mehr. Laut Gesellschaftsstudien ist es das Bedürfnis nach ein wenig Spaß und Ablenkung vom krisengeschüttelten Alltag , was die Menschen in großen Massen Richtung Großveranstaltungen drängt.

Somit ist es um so wichtiger diese Konsumlaune der Besucher möglichst schnell zu befriedigen um den Maximum an Profit zu generieren. Doch was ist logistisch und organisatorisch zu leisten um knapp 250.000 Menschen in 3 Tagen mit Essen und Trinken profitabel zu versorgen?

Diesen Sommer durfte ich mehrere Veranstaltungen besuchen und konnte dramatische Unterschiede hinsichtlich der Catering Organisation erkennen. Angefangen von einem Konzert in Frankfurt, in der es das desolate Catering des abends sogar in einer der größten deutschen Tageszeitungen negativ erwähnt wurde bis hin zum größten deutschen Festival dem Rock am Ring.

Es zeigte sich hier wieder deutlich, dass ein optimaler Standlayout, in der Lage sein muss möglichst viele Konsumenten in den Spielpausen bedienen zu können. Die Standorganisation ist hierbei von Bedeutung. Aufgaben sowie direkte und indirekte Tätigkeiten müssen klar definiert sein, um einen schnellen und qualitativ hochwertigen Service zu leisten. Der Preis für die beste Standorganisation und effizientes Layout bekommt dieses Jahr die Königin der Biere: Warsteiner. Über den Biergeschmack lässt sich bekanntlich streiten, aber das Layout und die Organisation des neuen Warsteinerstandes darf als richtungweisend für viel Großevents gelten. Großes Thekenlayout zum abfedern der Massen, klare Trennung von wertschöpfenden und nicht wertschöpfenden Tätigkeiten, und eine gute Hintergrundlogistik bescheren dem Bierbrauer einen guten Umsatz und den Gästen ein schnelles kühles Bier. Besser kann eine win-win Situation kaum aussehen.

Mindestens ebenso wichtig wie die Point of Sales Organisation ist die Logistik., die – wenn sie gut geplant ist – unmerkbar sich im Hintergrund abspielt. Bei einer Großveranstaltung wie beispielsweise Rock am Ring wollen jeden Tag 85.000 Kunden versorgt werden. Dies geht nur wenn die Versorgung auf den Bedarf getaktet ist. Wenn sich über 100 Catering Stände dann auch noch auf mehreren Kilometern verteilen und dazwischen 85.000 Rockfans feiern, ist dies umso komplexer. Den Umsatzverlust den man erleiden kann, wenn zur falschen Zeit das Bier ausgeht ist fatal.

Ein Mini Lean Logistik Konzept hilft dieses zu vermeiden. In dezentralen Waren und Kühlhäusern werden die Lebensmittel und Getränke aufbewahrt. Am Anfang eines Tages werden die Stände mit einem Startbestand aufgefüllt. Die Nachbestellung wird dann mit einem Meldebestand ausgelöst. Anhand der Umschlagshäufigkeit des Produktes plus der Wiederbestellzeit kann der Verkäufer seinen Minimumbestand definieren. Ist dieser erreicht wird die Bestellung ausgelöst. Dies hat zur Folge, dass der Besitzer nie mehr Waren als nötig bevorratet, und auf der anderen Seite nicht das Risiko eingeht, dass ihm bestimmte Produkte ausgehen. Mit einem so genannten Milk Run oder Runner Konzept, werden nun die nachbestellten Produkte von einem Logistik Dienstleister an die Stände gebracht.

Das gleiche getaktete Bestellprinzip gilt dann nur mit anderen Parametern für die Bestellung der Waren an die externen Lieferanten. Die Arten wie man seinen Minimum Bestand definiert sind dabei vielfältig. Kanban oder 2 Behälter Loops sind gängige Methoden seinen Logistik Kreislauf zu definieren und damit die Lagerbestände und Produktion zu optimieren.

Egal ob in der verarbeitenden Industrie, auf dem Festival oder auf der Bühne, es ist der richtige Takt der über den Erfolg entscheidet.

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