Dienstag, 19. September 2017

Innovative Ideen auf Rädern werden schlanker

Junge_Fahrzeugbau

Als führender Aufbauhersteller im Nutzfahrzeugmarkt ist die Junge Fahrzeugbau GmbH auf langfristige partnerschaftliche Kundenbeziehungen ausgerichtet. Die termingerechte Produktion von Transporter- und Lkw-Aufbauten, Anhängern, Kühlaufbauten, Wechselsystemen sowie An- und Einbauten für die unterschiedlichsten Bereiche der verladenden Wirtschaft erfordert ein enormes Maß an Flexibilität. Dabei sind Zusammenarbeit und Kommunikation mit den Fahrzeugherstellern von größter Bedeutung - mit direkten Auswirkungen auf den perfekten Service, auf den man bei Junge größten Wert legt. "Materialkostenanstieg und Preisdruck sind eine Seite, Sicherung und Verbesserung von Qualität und Liefertermintreue die andere", sagt Geschäftsführer Tjark Junge. "Wir arbeiten permanent daran, noch besser zu werden, deshalb haben wir beschlossen, ein Produktionssystem einzuführen." Das auf die exakten Bedarfe der Junge Fahrzeugbau GmbH zugeschnittene Produktionssystem soll in den Werken Hamburg, Schwerin und Karlsruhe eingeführt werden und standortübergreifend Produktionsabläufe, Qualität, Effizienz und Liefertreue optimieren.

Dass Junge als mittelständisches Unternehmen mit rund 270 Mitarbeitern, das jährlich rund 5.000 Aufbauten und Anhänger für den nationalen und internationalen Nutzfahrzeugmarkt produziert, ein Produktionssystem nicht ohne externes Know-how einführt, ist selbstverständlich. Bei der Suche nach einem Partner, der das Projekt von den ersten Konzepten bis zur Umsetzung begleitet und unterstützt, fiel die Wahl auf die Ingenics AG, die sich in der Nutzfahrzeugbranche eines exzellenten Rufs erfreut. "Mit Ingenics haben wir auf Anhieb einen Partner mit enormem Branchen-Know-how gefunden, mit dem wir über alle Hierarchieebenen auf Augenhöhe kommunizieren", sagt Tjark Junge.

In der Vorbereitungsphase analysierte Ingenics die Produktions- und Logistikabläufe; lange Durchlaufzeiten sowie wenig standardisierte und zu große Montageaufwände wurden ermittelt. In der folgenden Konzeptionsphase entwickelte das gemeinsame Team von Junge und Ingenics ein Liniensystem, das die wichtigste Vorstellung von Geschäftsführer Tjark Junge aufgriff und umsetzte: eine einzige neue Montagelinie, auf der künftig alle Produkte montiert werden sollen. In den Gesprächen mit dem Ingenics Berater Andreas Ott kamen zunehmend die Ingenics Lean Philosophien zum Tragen. So wird das neue Einliniensystem moderne Bereitstellungsphilosophien mit einer klassischen Kanban-Steuerung kombinieren; konstruktive Änderungen zur Produktharmonisierung wurden angestoßen und ein Pilotprojekt zur Organisation der Linie aufgesetzt. Bereits beim Probelauf mit 120 Fahrzeugen wurde eine um mehr als 35 Prozent reduzierte Fertigungszeit realisiert.

Nun werden die Systematiken der Produktionssteuerung hinterfragt, Lieferanten werden an die Informationen enger angebunden, die Planungen werden präziser und die Lieferketten effizienter. Eine Reduzierung der Durchlaufzeit um rund 20 Prozent wird angestrebt, die Bestandsreduzierung folgt automatisch dem Erfolg der konsequenten Produktionssteuerung. "Die bisherigen Resultate sind sehr viel versprechend, nun haben Konstruktion, Einkauf und Produktion alle Hände voll zu tun, um die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt in die breite Produktpalette von Junge zu übersetzen", fasst Andreas Ott den aktuellen Stand zusammen. "Stufenweise wird nun Produktgruppe um Produktgruppe konstruktiv und ablauforganisatorisch für die getaktete Linienfertigung fit gemacht." Fahrzeuge mit Kofferaufbauten werden inzwischen schon in einem 45-Minuten-Takt gebaut und profitieren bereits erheblich von dem neuen Konzept. Nun folgen die Aufbauten für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen, in einem weiteren Schritt werden Pritschenaufbauten in die Linie integriert.

Neben der Einrichtung der Linie unterstützt Ingenics die Junge GmbH bei der Bewältigung der Veränderungslücke (hier: die potenzielle Spannung zwischen dem neuen System und den dort arbeitenden Menschen), die jeder Veränderungsprozess mit sich bringt, der auf technischen Optimierungen beruht. Das Projektteam wird durch Coaching-Gespräche unterstützt, beim Einplanungsprozess der Aufträge wurden Veränderungen in der Informationsbereitstellung angestoßen. Bei Workshops zur Ablaufoptimierung legt der Berater Wert darauf, neben ablaufoptimierenden Maßnahmen bereits bei der Erstellung der Arbeitspläne qualitätssichernde Elemente zu integrieren, um Fehler frühzeitig zu erkennen und bereits im Montageablauf zu korrigieren, ohne den Fertigstellungstermin zu beeinflussen.

Zum Ansatz von Tjark Junge, der den Erfolg seines Unternehmens zu einem erheblichen Teil an seiner Flexibilität festmacht und mit dem Slogan "more drive for business" für das Unternehmen wirbt, passt die Lean Philosophie von Ingenics perfekt. "Wir können dazu beitragen, die Junge Philosophie in die Realität umzusetzen und dabei schon kurzfristig einen konkreten Benefit zu realisieren", sagt Andreas Ott.

 

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