Montag, 25. September 2017

Höhere Prozesseffizienz bedarf genauer Steuerung

Proses
In der diskreten Fertigung sind Stückzahlen von mehreren Millionen pro Jahr üblich. Wer bei diesen Mengen Fertigungsprozesse und deren Effizienz steuern will, benötigt eine leistungsfähige Software. Um die Produktivität der vorhandenen Produktionslinien zu steigern, nutzt ein Stanzteilehersteller das Betriebsdatenerfassungssystem von Proses.

Das Unternehmen Leicht + Müller, Remchingen, stellte zunächst Stanzwerkzeuge und Stanzteile her. Heute fertigen 85 Mitarbeiter auf zehn Stanzmaschinen über 700 Millionen Stanzteile im Jahr für die Automobil-, Elektro- und Elektronikindustrie. Die Baugruppenfertigung von umspritzten hybriden Kunststoff-Metall- Komponenten erreicht bereits die jährliche Fünf-Millionen-Stück-Grenze. Daher wird es immer wichtiger, die Fertigungsprozesse in der betrieblichen Gesamtsteuerung abzubilden.

Obgleich der heutige Schwerpunkt die Serienfertigung ist, spielt der eigene Werkzeugbau weiterhin eine bedeutende Rolle. Für das Unternehmen bedeutet dieser eigene Werkzeugbau ein Höchstmaß an Flexibilität und ist organisatorisch in einer eigenen Abteilung zusammengefasst. So bleibt das Know-how im Haus, und die Qualitätsvorgaben der Auto-, Elektro- und Elektronikindustrie können zuverlässig erfüllt werden. Damit ist auch die Prozesskesskette vom Wareneingang bis zum Fertigteilausgang unter Kontrolle.

Das Wichtigste auf einen Blick

Die Prozesseffizienz ist heute ein zentraler Schlüssel zur Wettbewerbsfähigkeit, und sie muss kontinuierlich gesteigert werden. Der Zugriff auf die aktuellen Produktionsdaten ist dafür eine Voraussetzung. Aber auch in Bezug auf die betriebliche Investitions- und Kapazitätsplanung kann eine Betriebsdatenerfassung beim Sparen helfen: Wenn bei zehn eingesetzten Maschinen eine Effizienzsteigerung von jeweils zehn Prozent erreicht werden kann, so entspricht das bereits dem Gegenwert einer Maschine samt Infrastruktur, Betriebs- und Personalkosten.

Mit der deutlich wachsenden Vielfalt der teils kurzfristig herzustellenden Produkte für Kunden unterschiedlicher Branchen stieg der Druck, eine maximale Prozesstransparenz zu erreichen. Sinn und Zweck einer Prozessmanagement-Lösung sollte es sein, jederzeit die Arbeitsschritte der Stanzmaschinen festzustellen und zu überwachen. Dabei sollten die Daten mit bestimmten Vorgaben abgeglichen, gespeichert und in Bezug auf das Personal programmtechnisch so aufbereitet sein, dass nur aktuell benötigte Informationen auf einem Bildschirm angezeigt werden. Dahinter steht die Erfahrung, dass überflüssige Informationen die Arbeitsleistung beeinträchtigen und das Fehlerrisiko steigt.

Nach der Fertigstellung einer ersten Spezifikation für eine Softwarelösung suchte man nach einer für das Unternehmen passenden Lösung. Fündig wurde man bei der Proses BDE GmbH, Pforzheim, die bei Leicht + Müller bereits das betriebliche Personal-Zeiterfassungssystem installiert hatte. Da dem Softwareanbieter die betriebliche IT-Struktur bekannt war, musste die BDE-Software nur noch installiert und konfiguriert werden. Der Datenabgriff erfolgt über die in den Maschinen vorhandenen Standard-Hardwareschnittstellen.

In der Produktion werden die Maschinen nun auf einem zentral angeordneten Großbildmonitor angezeigt, der den Maschinenstatus in den Farben Grün, Gelb oder Rot signalisiert. Mitarbeiter können aus dem Augenwinkel heraus die aktuelle Produktivität erkennen und handeln. Bei Bedarf wird auf die im Betriebsdatenerfassungs- (BDE-) System gespeicherten Daten zugegriffen, um die Ursachenanalyse vorzunehmen. Diese systematische Problemanalyse hilft, die tatsächlichen Ursachen für Fehler zu erkennen. Durch die systematische Beseitigung von Fehlerursachen wird der Produktionsprozess von Grund auf besser und stabiler. So reduzieren sich auch die Maschinenstillstandszeiten, was der Gesamtproduktivität und der Wirtschaftlichkeit dient.

Energiesparen als Nebeneffekt

Im Unternehmen wurde bereits zum Zeitpunkt der Einführung des BDE-Systems mit dem ERP-System von Abas auf dem betriebseigenen Server gearbeitet, jedoch im stationären Betriebszustand. Daher musste die neue BDE-Lösung an die bestehende IT angeschlossen und die datenkonsistente Kommunikation gesichert werden, um die erforderlichen Betriebsda- ten abrufen und aufbereiten zu können. Mit dem BDE-System schuf man nun einen durchgängigen Produktionsprozess. Der neu installierte BDE-Server kommuniziert mit dem vorhandenen ERP-Server. Für Wartung und Updates verbindet sich Proses über eine sichere Fernwartungsverbindung mit dem BDE-System und sorgt so für einen reibungsfreieren Anpassungsprozess. Die Einführung des BDE-Systems war nach rund zwei Monaten abgeschlossen. Das Betriebsdatenerfassungssystem sorgt für einen reibungslosen Produktionsprozess und ist zugleich ein wirkungsvolles Instrument zum Energiesparen. Denn ein Prozess, der effizient gestaltet und dessen Taktung verbessert wurde, verschwendet weniger Energie als vorher. Eine Maschine, die durch transparentes Datenmanagement eine höhere Maschinennutzungszeit vorweisen kann, arbeitet sparsamer. 

von Klaus Müller, Remchingen

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