Donnerstag, 23. November 2017

Täglich etwas besser werden!


Sauberkeit und Ordnung am Arbeitsplatz sind immer auch ein Spiegel dafür, wie produktiv ein Unternehmen ist und mit welcher Qualität gearbeitet wird. Die Realität in den Unternehmen sieht oft anders aus: Es befinden sich Gegenstände am Arbeitsplatz, die dort nicht gebraucht werden, zu viel Material versperrt die Wege. Werkzeuge liegen kreuz und quer herum und müssen bei Gebrauch gesucht werden. Das erfordert zusätzliche Energie. Der Zeitaufwand zum Suchen ist vielfach enorm. Das können an einem Arbeitsplatz gut 30 Minuten pro Schicht sein, so Manfred Kober, Arbeitswirtschaftler des Arbeitgeberverbandes von Remscheid und Umgebung e.V. „Unordnung erzeugt Verschwendung an Arbeitszeit, ist zudem Ballast für die Mitarbeiter und schafft Unbehagen."

Ein angenehmeres und effizienteres Arbeitsumfeld schaffen, dieses wünschten sich auch die Mitarbeiter des Messerherstellers Fritz Jul. Buchholz GmbH & Co. KG. Im Dezember 2009 entschloss sich die Geschäftsleitung mit Unterstützung des Arbeitgeber-Verbandes (AGV), des Institutes für angewandte Arbeitswissenschaft (IfaA) sowie der Hochschule Fresenius aus Köln in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern, sich von Ballast zu befreien und Ordnung zu schaffen. Damit dieses Projekt nicht eine einmalige Aktion bleibt, sondern Bestandteil der täglichen Arbeit wird, wurde die im Hause Toyota entwickelte und die seit Jahren perfektionierte 5A-Methode angewandt.

Die 5A sind:

  • Aussortieren
  • Anordnen
  • Arbeitsplatz sauber halten
  • Anordnung zur Regel machen
  • Alle Punkte einhalten und ständig verbessern

Bezugnehmend auf das Firmenlogo „Steinstosser" wurde der Projektname „Stein Rein" - Reinhauen gegen Verschwendung – geboren und dem 5A-Prozess somit ein Name gegeben. 5A funktioniert, wenn erst einmal richtig entrümpelt wird. Nach einer Impulsveranstaltung durch den AGV und einer Vor-Ort-Sensibilisierung der Mitarbeiter „So wollen wir nicht mehr weiterarbeiten", wurde der erste Schritt der 5A-Methode, das Aussortieren nicht benötigter Gegenstände, durchgeführt. Das fängt an beim Material und geht bis zu unbenutztem oder doppeltem Werkzeug, alten Ersatzteilen und Informationen. Den meisten Dingen, die einen ständig behindern, lag der Gedanke zu Grunde, man könnte sie vielleicht noch einmal gebrauchen.

Buchholz kann inzwischen auf beachtliche Erfolge verweisen:
Es befinden sich heute nur noch die Gegenstände am Arbeitsplatz, die wirklich gebraucht werden. Es gibt genau einen Platz für jedes Teil. Alles andere befindet sich auf gekennzeichneten Stellplätzen. Mit der Unterstützung der Studenten der Hochschule Fresenius, die auch ihre Bachelorarbeit über die durchgeführten Projekte geschrieben haben und dem Engagement der Mitarbeiter, ist es gelungen einen Standard zu schaffen, der die Qualität der Arbeit erhöht, Zeitverschwendung reduziert und damit auch dem Kunden einen Nutzen bringt.

Patrick Buchholz, Geschäftsführer und technischer Leiter des Unternehmens, sieht das so: „In der Vergangenheit haben wir in Werkzeuge und Maschinen investiert, um rationeller zu arbeiten und unsere Qualität zu steigern. Heute müssen wir zudem unsere Arbeitsorganisation verbessern sowie die Kenntnisse und Ideen der Mitarbeiter, die tagtäglich in diesen Prozessen arbeiten, in die Veränderungen einbeziehen, um rationeller zu werden und Verschwendung nachhaltig zu eliminieren. 5A ist dabei die Basis für alle weiteren Verbesserungen. Wer Prozesse verbessern und Standards schaffen will, der muss bei den Arbeitsplätzen beginnen."

Damit das Erreichte auch erhalten bleibt und ständig weiterentwickelt wird, wurden 5A-Koordinatoren benannt, die an konkreten Verbesserungen arbeiten. Wöchentlich werden interne Audits (Selbstkontrollen) durchgeführt. An einer von den Studenten eingerichteten Tafel zeigen die Mitarbeiter eigenständig Reparaturen und Verbesserungsmöglichkeiten auf. „Früher ging vieles im Tagesgeschäft unter. Heute werden die Vorschläge unmittelbar vor Ort umgesetzt oder direkt an die Werkstatt gegeben", so Patrick Buchholz.

Jeden Tag ein bisschen besser werden ist das Ziel.
„Wir sind allerdings erst am Anfang", so Patrik Buchholz. „Wichtig sind uns die Veränderung im Denken und Verhalten unserer Mitarbeiter und dass wir täglich daran arbeiten, unsere Ideen zu verwirklichen. Denn bis wir anfangen, die zentralen Prozesse verschwendungsfrei zu gestalten, gibt es noch viel zu tun."

Arbeitgeber-Verband von Remscheid und Umgebung e.V.

weitere Infos zu 5A
Video zu 5A
Bücher zu 5A

 

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