Mittwoch, 23. August 2017

Prozesseffizienz in der öffentlichen Verwaltung


Seit Beginn der 90er Jahre hat die Diskussion über die Modernisierung in öffentlichen Verwaltungen in Deutschland nie aufgehört. In deren Rahmen wurden unter anderem Modernisierungskonzepte wie z. B. Aufgabenkritik, Privatisierung, Qualitätsmanagement, Prozessoptimierung mit IKT oder Personalentwicklung auf die öffentlichen Verwaltungen angewandt. Ergebnisse dieser Aktivitäten lassen erkennen, dass die Modernisierung des öffentlichen Sektors als langfristiger, nachhaltiger Prozess angelegt werden muss.

Zur systematischen Identifikation von Schwächen und Stärken des Personals, der Prozesse, sowie der eingesetzten Methoden, Techniken und Werkzeuge, können Reifegradmodelle für das Prozessmanagement eingesetzt werden. Bekannte Reifegradmodelle berücksichtigen die besonderen Eigenheiten von öffentlichen Verwaltungen nicht. Deshalb ist es notwendig, ein domänenspezifisches Reifegradmodell zu entwickeln, um dieses im Bereich der öffentlichen Verwaltung anwenden zu können. Dieses Reifegradmodell hat die folgenden Ziele:

  • Beurteilung der Reife des Prozessmanagements und der Prozesse
  • Überwachung des Fortschritts der Prozessinitiative und Ableitung weiterer Handlungsfelder
  • Aufzeigen von Verbesserungspotenzialen und Best-Practice-Beispielen
  • Motivation und Steigerung des Bewusstseins für Prozessmanagement unter den Beteiligten, wie z. B. Management, Prozesstreiber und Benutzer

Forscher des der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster angeschlossenen European Research Center for Information Systems (ERCIS) ist es gelungen, ein Reifegradmodell für den Status-quo des Prozessmanagements in der öffentlichen Verwaltung zu entwicken. Das Modell wurde angewandt, um eine Studie über den Reifegrad von Prozessen in der öffentlichen Verwaltung zu erstellen. Die Studienergebnisse werden auf der Fachtagung MEMO (Methoden und Werkzeuge zur Verwaltungsmodernisierung) am 8. und 9. Juni 2011 in Münster der Öffentlichkeit vorgestellt. Weiterführende Informationen und Anmeldemöglichkeiten werden auf der Webseite www.memo-tagung.de angeboten.

Über ERCIS - European Research Center for Information Systems der Universität Münster
Das European Research Center for Information Systems (ERCIS) ist ein Verbund von herausragenden Wissenschaftlern, die gemeinsam im Bereich der Anwendungssystementwicklung und Organisationsgestaltung forschen. Dabei werden erstmalig in der deutschen Forschungslandschaft in einem institutionellen Rahmen Kernkompetenzen der Wirtschaftsinformatik mit Fragestellungen der Informatik, der Betriebswirtschaft und mit Spezialaspekten des Rechts verknüpft. Dies schafft eine ganzheitliche Sicht auf die betriebliche Anwendungssystem- und Organisationsgestaltung.

Das Land Nordrhein-Westfalen hat das ERCIS initiiert und auf Grund der qualitativ hochwertigen Forschung an die Wirtschaftsinformatik der Universität Münster vergeben. Die Ausnahmestellung der dortigen Wirtschaftsinformatik und Betriebswirtschaftslehre wird u. a. durch die jährlichen Universitätsrankings bestätigt.

 

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