Sonntag, 24. September 2017

Einkaufsgemeinschaften fordern: Raus aus der Steinzeit!

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Die diesjährige Roadshow „Prozessoptimierung im Gesundheitswesen", die GS1 Germany zusammen mit der Sana Kliniken AG, der EK-UNICO und der P.E.G. Einkaufs- und Betriebsgenossenschaft eG durchführte, war ein voller Erfolg. Die Bilanz: Vier ausgebuchte Veranstaltungen in München, Dresden, Köln und Hamburg, darin insgesamt weit über 200 Teilnehmer - und eine klare Botschaft: Die drei führenden Krankenhaus-Einkaufsgemeinschaften in Deutschland drängen auf die Einführung von GS1-Standards in deutschen Kliniken, um ihre Prozesse günstiger, effizienter und transparenter zu gestalten.

Mit dem Titel „Raus aus der Steinzeit!" nahm die Veranstaltungsreihe Bezug auf die Realität in vielen deutschen Krankenhäusern: Dort wird zwar vielfach mit den neuesten medizinischen Geräten und Verfahren gearbeitet. Aber viele Prozesse in der Warenwirtschaft, Behandlungsdokumentation oder Kostenrechnung verlaufen immer noch manuell. Die drei Einkaufsgemeinschaften EK-UNICO, Sana Kliniken und P.E.G. machten während der Roadshow von GS1 Germany deutlich, dass dieser Zustand überwunden werden müsse. Denn die manuelle Führung von Waren-, Medikamenten- und Patientenlisten birgt nicht nur hohe Fehlerquellen, sondern erzeugt zudem enorme Personal- und Prozesskosten in den Kliniken.

Die Botschaft der führenden Einkaufsgemeinschaften in Deutschland, die zusammen ein Einkaufsvolumen von 4,2 Milliarden Euro vertreten, war daher klar: einheitliche Standards und moderne Prozesse müssen her. Und sie hatte auch einen klaren Adressaten: die Hersteller von Medizinprodukten. Der Grund: Die Kliniken sehen sich einer Vielfalt von Bestellsystemen und Artikelkennzeichnungen der Hersteller ausgesetzt, die keinem einheitlichen Muster folgen – und daher mühsam sortiert, erfasst und oftmals in hauseigene Artikeldatensysteme überführt werden müssen. Dadurch kommt es immer wieder zu Verwechselungen, Rückfragen, Fehllieferungen mit entsprechend hohem Kontroll-, Korrektur- und Dokumentationsaufwand für die Krankenhäuser.

Dieser Zustand ist nach übereinstimmender Aussage von EK-UNICO, Sana-Kliniken und P.E.G. nicht mehr länger haltbar. Denn die Abrechnungsmodalitäten nach Diagnosis Related Groups (DRG) zwingen die Krankenhäuser dazu, patientenscharf zu kalkulieren. Und dazu braucht es effiziente Instrumente der Kalkulation, Identifikation und Prozess-Steuerung – und zwar solche, die nicht nur innerhalb der Häuser, sondern auch im Datenaustausch mit Herstellern aus unterschiedlichen Branchen und Ländern funktionieren müssen.

Aus diesem Grund sehen EK-UNICO, Sana-Kliniken und P.E.G. einen eindeutigen Trend in Richtung der global geltenden GS1-Standards. Gerade sie bieten nach Ansicht der Einkaufsgemeinschaften im Gesundheitswesen deutliche Vorteile. Die weltweit eindeutige Artikelnummer GTIN (früher: EAN) kann auf unterschiedliche Weise dargestellt werden: als Barcode oder 2D-Code, der Informationen auf kleinstem Raum darstellen kann.

Mit dem GS1 DataMatrix steht zum Beispiel ein 2D-Datenträger zur Verfügung, der nicht nur Produkte weltweit eindeutig identifiziert, sondern auch dynamische Produktinformationen wie die Chargenummer und das Verfallsdatum auf kleinstem Raum abbilden kann. Damit sind Produkte nicht nur eindeutig identifizierbar, sondern auch abrufbar, wann sie in den Warenprozess eingebracht wurden und wann sie ihn wieder verlassen müssen.

Übrigens: Weil die GS1-Roadshow „Prozessoptimierung im Gesundheitswesen" so ein großer Erfolg war, wird sie um einen weiteren Termin verlängert: Am Dienstag, dem 29. Juni, findet in den Sana Kliniken, München, eine fünfte Veranstaltung statt.

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