Freitag, 24. November 2017

Der Turbo für das Krankenhaus


porsche2Kürzere Klinikaufenthalte durch bessere Koordination

Unternehmensberatung Porsche Consulting optimierte bereits mehr als 50 Krankenhäuser. Wenn Krankenhäuser ihre Arbeitsabläufe besser organisieren würden, hätten Klinikärzte und Pflegepersonal viel mehr Zeit für die Behandlung ihrer Patienten. Das ergeben mehrjährige Analysen der Unternehmensberatung Porsche Consulting GmbH, Bietigheim- Bissingen, bei mehr als 50 Krankenhäusern. Die Tochtergesellschaft der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, Stuttgart, ist spezialisiert auf die Umsetzung so genannter schlanker Prozesse, die – nach dem Vorbild der Automobilproduktion – Verschwendung vermeiden und dadurch die Effizienz steigern.

Nur gut ein Viertel ihrer Arbeitszeit können Klinikmediziner ihrer Kernaufgabe – der Patientenbetreuung – widmen, ergaben die Analysen der Berater. Von täglich 7 Stunden 44 Minuten stehen einem Stationsarzt nur 32 Minuten für Untersuchungen und 1 Stunde 39 Minuten für Patientengespräche zur Verfügung. Das sind gerade einmal 28 Prozent der verfügbaren Zeit. „Der Rest geht dem Arzt vor allem durch unnötiges Warten, Suchen, überflüssige Wege, zu lange Besprechungen und Dokumentationen verloren", sagt Eberhard Weiblen, Vorsitzender der Geschäftsführung Porsche Consulting. Schlechte Koordination, mangelnde Abstimmung und unnötige Hektik führten, so Weiblen, dazu, dass Ärzte und Pflegekräfte kaum eine Aufgabe unterbrechungsfrei ausführen könnten. Nicht selten wechselten Assistenzärzte, auf denen häufig ein besonders hohes Leistungspensum laste, notgedrungen alle 20 Minuten ihren Arbeitsplatz. Das trage unter anderem zu höheren Fehlerquoten bei.

Auch mangelnde Planung führe zur Verschwendung vorhandener Klinikkapazitäten und verlängere für viele Patienten Wartezeiten und Aufenthaltsdauer unnötig, ergaben die Studien der Porsche Consulting. Die Ergebnisse werden von erfahrenen Praktikern mit typischen Beispielen gestützt: „Ein Operationssaal wird von vielen Ärzten eher unter persönlichen Aspekten genutzt und nicht im Sinne einer größtmöglichen Auslastung", sagte der Urologe Dr. Michael Nathan, Direktor des Luxemburger Krankenhauses Centre Hospitalier Emile Mayrisch, dem Kundenmagazin „Caracho" der Porsche Consulting. Nathan befürchtet: „Derartige Verschwendung wird man uns schon bald nicht mehr verzeihen. So lange wir Ärzte nicht beweisen können, dass wir hoch effizient arbeiten, werden Politiker zu Recht auf uns herumhacken".

Gemeinsam mit den Porsche-Beratern gelang es dem Luxemburger Hospital, die Auslastung des OP-Bereichs um 31 Prozent zu verbessern. Gleichzeitig konnte die Gesamtdauer vorbereitender Untersuchungen vor einer Operation durch konsequente Eintaktung um bis zu erstaunliche 98 Prozent reduziert werden. Seit der Neuausrichtung registriert der Klinikchef eine wesentlich höhere Zufriedenheit seiner Patienten. Nathan resümiert: „Es gibt Abläufe, die durch das Fließprinzip der Industrie verbessert werden können, ohne dass der Patient den Eindruck hat, er würde am Fließband behandelt."

Die Experten der Porsche Consulting unterstützen Unternehmen bei der Umsetzung und Anwendung des Lean Management. Basis der Beratung sind Lösungen, die sich bei der Produktion sportlicher Premiumfahrzeuge in den Porsche-Werken bewähren und auf viele Wirtschaftsbereiche außerhalb der Automobilindustrie übertragbar sind. Dazu zählt die Einführung präziser Takte genauso wie so genannte Pull-Prinzipien und möglichst verschwendungsfreie Arbeitsabläufe nach den Regeln „just in time" und „just in sequence".

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