Dienstag, 17. Oktober 2017

Schlanke Bauprozesse

Schlanke Bau-Prozesse
In der Bauwirtschaft schlummern enorme Potenziale bezüglich der Prozessabläufe und der Zusammenarbeit zwischen Planern, Konstrukteuren, Kaufleuten und Dienstleistern. Dies zeigen erste Ergebnisse der von Fraunhofer Italia und dem Fraunhofer IAO aktuell durchgeführten Studie "Schlanke Prozesse in Baunetzwerken".

Fraunhofer-Studie ermittelt Potenziale für eine zukunftsfähige Baubranche

Die Bauwirtschaft steht zu Beginn des 21. Jahrhunderts vor großen Herausforderungen. Die rasanten technologischen Entwicklungen und die ständig steigenden Anforderungen an Gebäude und Architektur werden in Zukunft zu wesentlichen Veränderungen in allen Bereichen der Wertschöpfungskette beim Planen und Bauen führen. Diese Entwicklung wird auch Design- und Konstruktionsprozesse betreffen, die den gesamten Gebäudelebenszyklus beeinflussen.

Um zukünftige Forschungsarbeiten in diese Richtung voranzutreiben, hat Fraunhofer Italia in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IAO eine breit angelegte Umfrage gestartet, an der bislang über 600 am Bau beteiligte Personen teilgenommen haben. Über 30 Prozent davon sind unzufrieden mit ihren Prozessen und über drei Viertel der Befragten bewerten das Einsparpotenzial durch Prozessoptimierungen im zweistelligen Prozentbereich.

Den Hauptgrund für die teilweise sehr ineffizienten Prozessstrukturen sehen die meisten Befragten in der späten Integration der Beteiligten in den Planungsprozess, gefolgt von unzureichender Kommunikation zwischen den Akteuren. In der Bauausführung trägt vor allem die Nichteinhaltung von Liefer- bzw. Abschlussterminen zu massiven Verlusten in der Prozesseffizienz bei.

Rund die Hälfte aller Befragten hält die Implementierung schlanker Prozesse nach bewährten Prinzipien des Lean Managements für den notwendigen Lösungsansatz. Um diesen umzusetzen, bedarf es aber noch zusätzlicher Aufklärungsarbeit und vor allem einer entsprechenden Qualifizierung der am Bauprojekt mitwirkenden Personen.

Bis Mitte Oktober besteht noch die Möglichkeit, an der Befragung teilzunehmen und eigene Einschätzungen und Erfahrungen einfließen zu lassen. Eine ausführlichere Zusammenfassung der Ergebnisse erhalten die Teilnehmer der Befragung auf Wunsch gegen Ende des Jahres.

 

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