Sonntag, 24. September 2017

Deutsche Autobauer in der Entwicklung zu langsam - Asiaten ziehen davon

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Immer neue Antriebs-, Assistenz- und Entertainment-Systeme: Der Zwang zu kürzeren Innovationszyklen setzt die Automobilhersteller weltweit unter Handlungsdruck. Ziel ist es, die Entwicklungszeit zu verringern. Deutschlands Autobauer haben das Potenzial, von der Konzeption bis zur Markteinführung um bis zu ein Drittel schneller zu werden. Wie das geht, zeigen derzeit Wettbewerber aus Asien, die diese Herausforderung bereits angenommen haben und der europäischen Konkurrenz mit neuen Entwicklungs-Methoden davonziehen. Das ist das Ergebnis einer Marktbeobachtung der Unternehmensberatung Staufen AG.

Der Individualisierungstrend und die technologischen Herausforderungen haben eine Flut von Modellen und Varianten erzeugt. Ein Problem für die meisten Entwicklungsabteilungen, die mit wesentlich mehr Projekten und Neuanläufen zurechtkommen müssen. "Mit den eingefahrenen Prozessen traditioneller deutscher Ingenieurskunst alleine kommen die Hersteller nicht mehr weiter - sie müssen neue Wege finden, der rasanten technologischen Entwicklung zu folgen und dabei das Ohr am Kunden zu haben", sagt Wilhelm Goschy, Auto-Experte und Vorstand der Staufen AG.

Eine Vorreiterrolle beim Trend zur schnelleren Entwicklung in der Automobilbranche nimmt derzeit Toyota ein. "Für neue Modelle legt das Management des japanischen Herstellers inzwischen einen Schwerpunkt auf die direkte Einbeziehung von Kundenwünschen", sagt Dr. Jeffrey Liker, internationaler Fachmann für Lean-Strategien. "Tausend zusätzliche Ingenieure hat Toyota damit beauftragt, Kundenanforderungen in eigener Regie zu bearbeiten. Mit Hilfe neuer IT-Systeme leiten sie Anregungen und Beanstandungen unmittelbar an den verantwortlichen Experten weiter, der diese in die Modellentwicklung integriert."

Die enge Zusammenarbeit mit den Kunden dient dem Hersteller als Schutz davor, an den Marktbedürfnissen vorbeizuplanen und verkürzt zugleich die Entwicklungszeiten erheblich. "Die Arbeit der Ingenieure möglichst reibungslos mit der Vertriebs- und Kundensicht zu vernetzen, ist ein wichtiger Hebel auch für die deutschen Hersteller, um die Durchlaufzeiten zu beschleunigen und die Entwicklungskosten zu senken", sagt Wilhelm Goschy. "Unsere Praxiserfahrung zeigt, dass in jedem F&E-Projekt etwa zehn bis fünfzehn Prozent der Kosten gesenkt werden können, wenn die Prozesse nach Lean-Development-Prinzipien gestaltet werden."

Best Practice Day 2013

Dr. Jeffrey K. Liker spricht auf dem internationalen Lean Management Kongress der Staufen AG am 4. Juni 2013 in Darmstadt. Er ist internationaler Lean Experte, Autor und Professor of Industrial and Operations Engineering an der University of Michigan. Neben Dr. Liker treten auf dem Best Practice Day führende Köpfe der produzierenden Industrie in Deutschland als Redner auf. 

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