Dienstag, 19. September 2017

Täglicher Kampf gegen Verschwendung

Meyer_Werft
Überall dasselbe Bild, ob nun in der Flugzeugwerft, im Schiffbau, in der Brauerei oder in der Herzklinik. Wo Menschen arbeiten, wird verschwendet: Geld, Zeit, Arbeitskraft. Dabei lassen sich viele Prozesse schlanker gestalten, sagen Experten.

Verschwendung geht auf Kosten der Qualität, heißt es beispielsweise bei der Porsche Consulting, die mittlerweile zum VW-Imperium gehört und schon in etlichen Automobilwerken Arbeitsabläufe optimiert hat. Kürzlich erläuterten die Berater an ihrem Standort in Bietigheim-Bissingen, was möglich ist – vielmehr: Sie ließen es beschreiben.

Zum Beispiel von ihrem Kunden Bernard Meyer, Chef der Meyer-Werft in Papenburg, die im Binnenland gewaltige Kreuzfahrtschiffe baut. Die Durchlaufzeit eines Schiffes im Dock sei durch neue Prozessorganisation um 40 Prozent gesenkt worden, ohne dass Mitarbeiter mehr belastet würden.

Methodik des Autobaus in die Werft übernommen

Schiffe werden schneller ausgeliefert, Kosten gesenkt, neue Aufträge angenommen, betont Meyer und spricht von einer „Kulturrevolution". Man habe die Methodik des Autobaus in den Schiffbau übernommen. Meyer spricht von Fließen, Ziehen, Takten und Null-Fehler-Prinzip.

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"Streben nach schlanker Organisation darf nicht enden"

Ein Extrembeispiel liefert Stefan Brenner, Werkleiter des Keramikbremsen-Herstellers Brembo: „Seit 2007 haben wir die Durchlaufzeit des Produkts um 73 Prozent verringert. Wir haben 83 Prozent weniger Bauteile im Umlauf und fertigen mit demselben Personal 43 Prozent mehr Teile." Brenner: „Da ist nichts geschönt."

Durch die neue Produktionssteuerung, ebenfalls getaktet und nach Fluss- und Null-Fehler-Prinzip organisiert, wurde der Materialbestand gesenkt. „Wir haben weniger Kapital gebunden und verfügen über höhere Liquidität." Brenner sagt aber auch: Das Streben nach schlanker Organisation dürfe nie enden.

Porsche-Consulting-Chef Eberhard Weiblen verweist auf das Grundprinzip der Schlankheitskuren. „Es geht nicht um Verdichtung von Arbeit, sondern darum, Doppelarbeiten, unnötige Wartezeiten und überflüssige Lagerhaltung zu vermeiden." An die Stelle unnötiger Arbeiten – beispielsweise Suchen, Nachbessern und Aufräumen – rücke wertschöpfende Tätigkeit.

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Quelle und vollständiger Artikel Braunschweiger Zeitung/03/2010

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