Samstag, 21. Oktober 2017

Liquidität entlang der Lieferkette. Wie Supply Chain Finance funktioniert.

hoerbuch-supply-chain-finance-pressefoto1_web © AEB
In einem neuen Hörbuch informiert der Stuttgarter Softwarespezialist AEB gemeinsam mit dem Münchener Fachmagazin LOGISTIK HEUTE über die verschiedenen Aspekte von Supply Chain Finance. Das Hörbuch trägt den Titel „Liquidität entlang der Lieferkette. Wie Supply Chain Finance funktioniert." und wird erstmals auf der Supply Chainer's Convention EXCHAiNGE am 18. Juni in Frankfurt vorgestellt.

Das durchschnittliche Zahlungsziel liegt in Deutschland bei 30 bis 45 Tagen, große Unternehmen haben ihr Zahlungsziel gar auf 90 Tage erhöht. Gerade für kleine und mittelständische Zulieferbetriebe ist das ein Problem. Viele wenden sich dann an ihre Hausbank, um ihre Forderungen zu verkaufen und damit ihr Geld – gegen einen Abschlag – früher zu erhalten. Im Finanzjargon heißt dieser Vorgang „Factoring" – ein Grundprinzip der Supply Chain Finance.

AEBs neues Hörbuch „Liquidität entlang der Lieferkette. Wie Supply Chain Finance funktioniert." beleuchtet den Zusammenhang zwischen Warenströmen und den dazugehörigen Finanzströmen. Es macht deutlich, warum Supply Chain Finance ein probates Mittel ist, um das Working Capital – also das Geld, das gebraucht wird, um die Geschäftsprozesse am Laufen zu halten – zu senken und die Liquidiät zu erhöhen. Die Hörer erfahren, ob der viel gerühmte Triple Win seine Berechtigung hat. Was motiviert die Banken, Supply Chain Finance Programme ins Leben zu rufen? Praxisbeispiele verdeutlichen, wo die Herausforderungen liegen. und was zum erfolgreichen Projektabschluss führt.

Sechs Verfechter von Supply Chain Finance kommen im Hörbuch zu Wort: Ein Banker erläutert das Prinzip von Supply Chain Finance – wie kleine Lieferanten von der Bonität ihres Kunden profitieren und zu günstigeren Kreditkonditionen Geld erhalten können. Zwei Lösungsanbieter aus London erzählen aus der Praxis: wie kam es, dass mit Hilfe von Supply Chain Finance eine bekannte englische Sandwichkette und ihr Olivenlieferant aus Marokko Kosten sparen konnten? Wie gelang es dem Hersteller Swiss Grill, Großaufträge über zweieinhalb Millionen englische Pfund anzunehmen, indem ihm ein Finanzdienstleister hunderte von Grills abkaufte?

Zwei Wissenschaftler – Prof. Dr. Michael Henke vom Institute for Supply Chain Management (ISCM) in Wiesbaden und Professor Dr. Armin Schwolgin von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Lörrach – erläutern die Hintergründe: wie ist der Bedarf für Supply Chain Finance entstanden, warum boomt der Markt noch nicht oder wächst allenfalls nur langsam? Mike Schimke, Geschäftsführer der Simon Hegele Supply Chain Services, erläutert das Prinzip der Bestandsfinanzierung und berichtet, wie seine Firma als „Mittler" zwischen Lieferant und einkaufendem Unternehmen agiert und einen Teil der Lieferkette finanziert, indem sie Bestände kauft und die operative Beschaffung übernimmt.

Das Hörbuch bringt Klarheit in die Begrifflichkeiten und erläutert das nötige Fachwissen. Aus dem Inhalt:

  • Supply Chain Finance. Neuer Trend oder alter Hut?
  • Supply Chain Finance. Produkt, Konzept oder Instrument?
  • Lieferanten in der Bredouille: Wie entstand der Bedarf für Supply Chain Finance?
  • Suppy Chain Finance – ein Triple Win?
  • Die Financiers in der Mitte: Banken und Lösungsanbieter
  • Praxisbeispiele Bestandsfinanzierung. Wem gehören Gas-Grills und Rollstühle?
  • Erfolgsfaktoren und Ausblick

Hintergrund

Die Finanzkrise hat nicht nur den Bankern geschadet, sondern auch den Druck auf die Unternehmen erhöht. Sie sind gezwungen, mehr Eigenkapital zu behalten und die Kapitalbindung zu reduzieren. Im Fachjargon spricht man davon, dass Unternehmen ihren Cash-to-Cash-Cycle verkürzen und ihr Working Capital reduzieren wollen. Dazu richtet man üblicherweise den Blick auf die Bestände oder nimmt die Finanzen ins Visier und versucht, Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung zu erhöhen. Große Unternehmen versuchen daher häufig, Rechnungen sehr spät zu bezahlen. Das aber bringt die Lieferanten in Bedrängnis, denn sie sind ja mit der Lieferung der Ware in Vorleistung gegangen und müssen ihre eigenen Rohstofflieferanten und Mitarbeiter bezahlen. Schlimmstenfalls gehen kleine Zulieferbetriebe insolvent, wenn ihre Abnehmer Rechnungen immer später bezahlen. Supply Chain Finance hilft Lieferanten aus der Bredouille, weil sie nicht so lange auf die Bezahlung ihrer Rechnungen warten müssen, und ermöglicht es einkaufenden Unternehmen, ihr Kapital anderweitig einzusetzen.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.