Samstag, 21. Oktober 2017

Viel Spaß bei der Diskussion verschiedener Themen über das Thema LEAN.
Prof. Dr. Andreas Syska

Was wir wirklich brauchen: Manifest für die vernetzte Wertschöpfung

Was wir wirklich brauchen: Manifest für die vernetzte Wertschöpfung

Industrie 4.0 arbeitet hierzulande an den falschen Themen. Es findet eine fabrikfixierte Nabelschau statt, mit dem ausschließlichen Ziel der Effizienzverbesserung der Produktionprozesse. Von den Protagonisten versprochene Nutzenaspekte machen sich an Fabrikperformance fest - in der Regel ist von Produktivität die Rede. Geht es aber nur darum, lässt sich dies einfacher und mit weniger Investitionsrisiko erzielen. Vom Risiko in der Welt der Vernetzung sein Know-how zu verlieren ganz zu schweigen.

Wie bei jeder großen Veränderung braucht auch Industrie 4.0 eine Vision und eine Antwort auf die Frage nach dem „Warum?“. Auf beides warten wir seit fünf Jahren vergebens. Stattdessen hören wir die pauschale Aussage, dass dies nun einmal die nicht aufzuhaltende Zukunft sei. Man fügt noch eine Prise Angst hinzu und behauptet, dass unweigerlich derjenige ins Hintertreffen gerät, der hier nicht mitmacht.

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Prof. Dr. Andreas Syska

Lean Production vs. Industrie 4.0

Lean Production vs. Industrie 4.0

Lieber Leser: ich brauche Ihre Hilfe!

Zu der Frage, wie das Verhältnis von Lean Production zu Industrie 4.0 ist, höre ich nämlich viel Widersprüchliches:

  • „Industrie 4.0 braucht Lean Production als Voraussetzung. Denn erst, wenn die Prozesse standardisiert und stabil sind, haben Automation und Vernetzung einen Sinn.“
  • „Industrie 4.0 macht Lean Production erst möglich. Denn erst die Vielzahl von Prozessdaten und deren hohe Qualität machen die Produktion transparent und die systematische und kontinuierliche Verbesserung der Produktion möglich.“
„Industrie 4.0 und Lean Production schließen sich aus. Und zwar deshalb, weil die Systeme durch eine kleine Gruppe von Spezialisten konfiguriert werden und der Werker ist nicht eingeladen ist, hieran mitzuwirken.“
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Prof. Dr. Andreas Syska

Mitarbeiter 4.0

Mitarbeiter 4.0

Die Protagonisten von Industrie 4.0 betonen unermüdlich, dass bei Industrie 4.0 der Mensch im Mittelpunkt steht, weil man ahnt, dass dies gerne gehört wird. Dass der Mensch von Industrie 4.0 profitieren würde hat aber den Charakter einer hastig verabreichten Pille, die nicht nur das besorgte Publikum, sondern vermutlich auch die Protagonisten selber beruhigen soll.

Im Kern wird der Mensch nämlich als etwas Defizitäres erkannt, das an Industrie 4.0 anzupassen ist. Die Diskussion um die Rolle des Mitarbeiters wird also im Wesentlichen auf das Thema „Qualifikationsbedarf“ reduziert. Die Protagonisten von Industrie 4.0 sagen uns, wie der Mitarbeiter arbeiten wird - beschäftigen sich aber nicht mit der Frage, wie er eigentlich arbeiten will und wieso das alles gut für ihn sein soll.

Außerdem wird Bewährtes zerstört. Die Produzenten hierzulande haben in den letzten beiden Jahrzehnten im Zuge von Lean Production unglaublich große Fortschritte gemacht, die Kreativität und die Begeisterungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter, die unmittelbar im Produktionsprozess beschäftigt sind zu aktivieren. Eine wichtige Konsequenz von Lean Production war dabei die Überwindung der bis dahin vorherrschenden Trennung von Denkenden und Ausführenden, wie sie von Ford vorgegeben war. Kein hiesiger Produzent, der diesen Weg gegangen ist, käme im Traum auf die Idee, das Rad zurückzudrehen.
Wohl aber die Protagonisten von

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Prof. Dr. Andreas Syska

Illusion 4.0 - Deutschlands naiver Traum von der Smarten Fabrik

Illusion 4.0 - Deutschlands naiver Traum von der Smarten Fabrik

Industrie 4.0 - die Idee der webbasiert vernetzten Fabrik - feiert in diesen Tagen ihren fünften Geburtstag. Das wird sicherlich Anlass für die Treiber von Industrie 4.0 sein, sich einmal mehr gegenseitig auf die Schultern zu klopfen. Völlig zu Unrecht, denn wir müssen auf fünf verlorene Jahre zurückblicken. Dabei ist nicht die technische Umsetzung der Vernetzung das Problem, sondern der Mangel an Mut und Phantasie unserer Industrie. 

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Prof. Dr. Andreas Syska

Work-Life-Bullshit

Work-Life-Bullshit

Der Begriff der Work-Life-Balance geht davon aus, dass die Berufsarbeit etwas anderes sei, als das Leben, und dass beide Bereiche in Balance zu bringen sind. Aha: Leben ist also erst durch die Abwesenheit von Arbeit möglich. Nach dieser Logik wäre man ja während der Arbeit tot. Klar, weiß ich, dass das nicht so gemeint ist.
 
Versuchen wir es also einmal mit dem Pärchen „Arbeit und Freizeit“. Das kommt zwar nicht ganz so stylish daher, wie die Work-Life-Balance, kann aber bei der Erklärung helfen. Denn es unterstellt, dass man nur dann frei - also selbstbestimmt - sein kann, wenn man nicht seiner Erwerbsarbeit nachgeht. Sollten Sie dieser Aussage zustimmen, dann will ich gerne der Spielverderber sein.

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