Mittwoch, 20. September 2017
  • Dematic stattet die neue Siemens-Produktionsstätte mit Multishuttle-System aus. (Foto: Dematic)

    Dematic erhält Auftrag von Siemens in der Schweiz

    Neukunde: Die Dematic GmbH wird für die Siemens-Division Building Technologies tätig. Damit baut der Komplettanbieter für Logistikautomatisierung seine Aktivitäten in der Schweiz weiter aus. Siemens errichtet am Standort in Zug eine neue Produktionsstätte inklusive Lagerbereich. Diesen stattet der Intralogistiker mit Mehr ...
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61075784 - Wer hat’s erfunden? © abcmedia | fotolia.com

Unternehmer 4.0 - Lasst euch nicht ins Bockshorn jagen!

Große Unternehmen der Automationstechnik, Softwarekonzerne und Beratungsunternehmen bringen sich schon in Stellung – ein gigantisches Geschäft wartet und wird successive medial in Stellung gebracht. Egal ob VDI nachrichten, Focus oder Der Aktionär, Industrie 4.0 - übrigens eine rein deutsche Erfindung – ist medial omnipräsent und wird in den höchsten Tönen als Zukunftstechnologie, die man beherrschen muss, gefeiert.

Ziel ist es, dass die gesamte Wertschöpfungskette vom Kunden bis zum Kunden – sogenannte End-to-End Prozesse, autark durch Maschinen/Computer autonom gesteuert und ohne menschliches eingreifen ablaufen können.

Es geht also um die Kernprozesse der Unternehmen oder anders ausgedrückt um die Prozesse, welche die Wertschöpfung im wahrsten Sinne des Wortes ausmachen und somit das Geld für Ihr Unternehmen verdienen. In diesen Prozessen steckt in der Regel das gesamte Kern-Know-How eines Unternehmens und bildet damit natürlich die gesamte Geschäftsgrundlage.

Es versteht sich von selbst, dass die Übertragung des Kern-Kow-Hows auf Maschinen nicht von einem Dienstleister geleistet werden kann und sollte. Auch wenn die Hochglanzprospekte der Dienstleister versprechen, das sie für Ihr Unternehmen die Digitalisierung durchführen und Ihr Geschäft „Industrie 4.0“ tauglich gestalten, lassen Sie sich nicht ins Bockshorn jagen.

Das Kern-Know-How ist die Existenzgrundlage eines jeden Unternehmens, wenn Sie dieses in Software und Algorithmen übertragen, wird das Know-How relativ leicht kopierbar. Nehmen wir beispielsweise an, die gesamte Wertschöpfungskette zum Verkauf, Herstellung und Versandlogistik eines Blechwinkels oder einer Schraube wäre automatisiert. Sollte ein solcher Prozess unabhängig von Menschen, völlig autark mit Maschinen ablaufen können, so könnte dieser Herstellungsprozess selbstverständlich relativ leicht kopiert und an jedem Ort der Welt aufgestellt werden – Ihr gesamtes Geschäftsmodell wäre obsolet.

Es geht nicht darum als Bedenkenträger neuerer Technologien zu fungieren oder gar technischen Fortschritt zu blockieren. Es geht einzig und allein darum, dass sich alle Beteiligten im Klaren sein sollten, dass die Übertragung von Know-How auf Maschinen von den jeweiligen Know-How-Trägern und -Eigentümern maßgeblich und aktiv mitgestaltet werden muss.

Daher mein wohlgemeinter Rat an alle Unternehmer – nehmen Sie die Transformation zur Industrie 4.0 maßgeblich selbst in die Hand und lassen Sie sich lediglich in dem von Ihnen überschaubaren Rahmen unterstützen.

Karl Heinz Döppler
Herausgeber LEANmagazin

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